# 36 - Walfriede Schmitt: Mehr als die Mutti der Nation

Shownotes

Sie ist eines DER deutschen Fernsehgesichter: Walfriede Schmitt, von ihren Freunden liebevoll "Wally" genannt, machte sich vor allem mit Rollen als warmherzige und liebevolle Mutterfigur einen Namen. Ob im Kinderfilm "Moritz in der Litfaßsäule" oder dem mutigen DEFA-Streifen "Coming Out" – die Mutterrollen waren ihr wie auf den Leib geschrieben. Dass sie damit keineswegs glücklich war und warum sie auch ihre Erfolgsserie "Für alle Fälle Stefanie" nicht wirklich mochte, verrät die 83-Jährige in unserer neuen Folge. Darüber hinaus gibt sie spannende Einblicke hinter die Kulissen, zieht nach 60 Jahren im TV eine überraschende Bilanz und enthüllt das Geheimnis, was sie als Seriendarstellerin an Gage verdient hat.

Transkript anzeigen

00:00:02: Ist es

00:00:08: denn wirklich so, dass wir jeden Dreck

00:00:11: der vom Westen kommt nur kopieren müssen?

00:00:24: Ein Fernsehkünstler ist es wie mit unseren Schweinebraten.

00:00:28: Was?!

00:00:30: Er kriegt auch erst sein richtiges Gesicht in der Röhre!

00:00:37: Alles!

00:00:38: Das hängt vom Charakter ab.

00:00:41: Verstehst du?

00:00:42: Nein, aber ich werde

00:00:44: es mir merken.

00:00:48: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Muckefuck & Fernsehfunk.

00:00:53: Nehmen Sie sich in Kaffee, schönen Hälsen, lehnen sie sich zurück Und genießen Sie eine spannende Stunde mit uns Denn wir beide rollen heute den roten Teppich aus.

00:01:05: Im Schauspiel würde man sagen, mein Spielpartner Jürgen Karneil.

00:01:09: Soweit habe ich es gebracht!

00:01:10: Kannst du sehen?

00:01:11: Ja, viele Tage hallo zusammen.

00:01:14: und das ist natürlich Steffi da die als Steffen-Retnisch-Chefinakteurin bei der Super TV auch immer gute Ideen hat womit wir uns beschäftigen sollten und wen wir dann letztendlich treffen.

00:01:25: und heute sind wir hier und ich finde total toll weil ja Weil man lernt Leute, die in dem Status sind wie unsere heutige Gesprächspartnerin so selten kennen.

00:01:35: Aber wenn man dann noch am Küchentisch zu gemeinsam sitzt ... Boah sag du den Namen!

00:01:39: Ja weil Friede

00:01:41: Schmidt

00:01:42: ist bei uns sogar.

00:01:43: Hallo Walli wir haben uns vorher schon auf deinen kurzen Namen geeinigt.

00:01:46: das auch einfach schöner.

00:01:48: Du strahlst es auch so aus so sympathisch und bodenständig und nah.

00:01:56: Danke!

00:01:59: Komm, das ist ja immer so.

00:02:03: Wir haben den Künstler, dem wir treffen und gleichzeitig den Menschen.

00:02:06: Das ist ein spannender Feld da.

00:02:08: Da gibt es einen Unterschied.

00:02:10: Hier bin ich künstler.

00:02:11: Da bin ich mensch.

00:02:13: Erzähle!

00:02:14: Das sehe ich nicht so.

00:02:18: Ich bin Mensch und habe mich dazu entschieden ... dem künstlerschen Verruf, dem künsterischen Gewerbe.

00:02:26: Ich glaube schon, seit Kind.

00:02:31: Meine Mutter war auch Schauspielerin.

00:02:34: Die war beschäftigt am Theater der Freundschaft.

00:02:39: Das heißt ja jetzt Karusell.

00:02:41: Theater Karussellwald in Wort Freundschaft irgendwie ... unpassend zu sein scheint?

00:02:49: Aber damals hieß es Theater der Freundschaft und ich bin noch klein gewesen.

00:02:58: Da musste sie mich öfter mitnehmen.

00:03:01: Und dann hab ich da gestanden, an der Seite oder hab' mit den Schauspielern gesessen in einer Kantine und dann haben die ein Stück wird ... das hieß Schneeball!

00:03:13: Das ging um einen schwarzen Jung.

00:03:16: Aber dieses Schneeper-Stück hatte dich dann eingenommen fürs Theater damals?

00:03:20: Ja, na ja sowieso, dieses Gefühl... dass da Auf der Bühne eine Welt ist, die falsch ist.

00:03:32: Die ja keine rische Welt

00:03:33: is'.

00:03:35: Sondern hinter der Welt eine Kunstwelt.

00:03:41: und ich durfte dann auch mitspielen in Timo und seinen Gruppen für meine erste direkte Bühnenerfahrung.

00:03:51: Ich durfte mit spielen als das war ein Lekind.

00:03:55: Die Geschichte weiß ich jetzt nicht mehr?

00:03:58: Ich weiß nur noch, dass ich mit Ruth Maria Kubicek gespielt habe.

00:04:03: Das war Timo und sein Trupp.

00:04:05: Es waren Leute, die sich gekümmert haben

00:04:08: um

00:04:10: Witfen, die alleinstehend sind

00:04:12: usw.,

00:04:13: meine Mutter hat die Mutter gespielt, die alleinstehende war.

00:04:19: Die haben sich um mich gekümbert, um das Kind.

00:04:24: Und dann beim Applaus ... Beim Ende Applaus, der Applaus.

00:04:30: Und da hab ich gedacht ... Ja!

00:04:37: Das ist ja herrlich und das war eine Pressevorstellung.

00:04:40: Eine Presse-Vorstellung, aber die zweite Vorstellung.

00:04:44: Weil man eine Pressovorstellung ... Und dann dachte ich noch, dass ich teilstanden habe.

00:04:51: Die Presse ist jetzt hier und ich werde in der Zeitung erscheinen.

00:04:56: Oh, und es war ... Ja, und dann habe ich auch mein Text vergessen.

00:05:00: Weil ich gedacht habe, der Pressevorstellung habe ich um einen Einsatz verpasst weil ich so beeindruckt war von der Presseevorstellung.

00:05:10: Und irgendwie hat mich das schon fasziniert also dass diese Kunstwelt dahinter nicht wirkliche aber dann doch wirklich Da steht ein Haus, da sind Türen die kann man aufmachen.

00:05:29: Da sind Treppen, da kann man hochlaufen ist ja alles richtig aber es ist eben nicht wirklich.

00:05:39: das hat mich sehr fasziniert und damals wollte ich dann auch Schauspielerin werden.

00:05:45: Ich erinnere mich an irgendwann mit elf Jahren oder so haben wir mich gefragt was ich werden will Und dann habe ich gesagt, ich möchte Schauspielerin werden.

00:05:57: Weil man da mehrere Leben hat.

00:06:01: Ich war ein kluges Kind!

00:06:04: Sofort oder Spannungsdraussitzungen aus dieser Situation?

00:06:07: Nein, wir leben unpresse.

00:06:10: Die waren auf jeden Fall gut zu

00:06:13: dir, trotz verpassten Einsatzes.

00:06:16: Aber dann konnte man sich ja auch quasi ausleben in den vielen Rollen,

00:06:20: oder?!

00:06:21: Naja, das kommt immer drauf an.

00:06:23: Es gibt ja Rollen, die einem mehr zusagen oder weniger zusagen.

00:06:28: Das ist unterschiedlich.

00:06:30: Ich musste ja ... Als ich dann spielen durfte im Fernsehen, musste ich ja denn immer die Mütter spielen ohne Ende.

00:06:42: und dann hat mich mal jemand gefragt, dass sie das nicht langweilig habe gesagt naja was soll ich machen?

00:06:49: guckweg aushebe Guck meine Sicht an.

00:06:53: Was werden sie mir wohl geben?

00:06:55: Die Mütter, die Müttern!

00:06:59: Einmal war das sehr schön ... Da hab ich in Karl-Lamans Brücke hieß der Film.

00:07:06: Das ist interessant was einem dann noch einfällt.

00:07:11: Und

00:07:11: da habe ich auch eine Mutter gespielt, eine Mähdrescherfahrerin und ich durfte tatsächlich mähdrecher fahren.

00:07:21: Das werde ich nie vergessen.

00:07:22: Ich habe ganz, hat mir das erklären lassen und dann habe ich ein ganzes Feld abgemäht selber.

00:07:32: Und

00:07:32: habe damals nur ... Ich sah ja immer sehr hübsch aus, muss ich sagen.

00:07:39: Die Gesicht war immer ganz nett.

00:07:41: Dann habe ich diese Leute gesehen die richtigen Mähdrescherfahrerinnen mit ihren abgearbeiteten Gesichtern auch so'n Gesicht haben.

00:07:52: So'n durchgearbeitetes Gesicht mit Falten und Schwierig- und so'ne Hände, wo man die Arbeit sieht und die schmutzig

00:08:04: sind.".

00:08:04: Und ja daran einhalte ich mich.

00:08:07: Es hat halt nicht geklappt!

00:08:09: Man hat mir die Mütter gegeben.

00:08:11: Ich habe am Herd gestanden.

00:08:13: Mein Leben lang als Schauspieleram am Herden

00:08:15: gestand.

00:08:16: Aber wenn wir sich nicht ansieht, die Rollen in denen du mit Müttern spielst?

00:08:20: Oh, die junge attraktive Mütter.

00:08:22: Da kommt da sofort jemand und hilft ja den Kindern mal in die Treppe

00:08:24: hochdragen.

00:08:26: Und

00:08:27: dann auch auf dem B-Drager oder auch noch Handwerkwirt zugebrauchen als

00:08:32: Unterstützung.

00:08:33: Ich erinnere das auch als Liebemutis.

00:08:35: Da war nie eine dabei wo ich gesagt hätte, die hätte ich jetzt aber nicht haben

00:08:41: wollen!

00:08:43: Aber Mütter sind auch so verschenkenreich und die hast du ja, alle Müttern.

00:08:47: Ihr habt ein Pauschen gesehen im Vorbereitung hier?

00:08:51: Und da dachte ich mir wie würd sie jetzt reagieren als der so in dem Film wurde.

00:08:55: Outing ist Coming out oder so heißt er, glaube ich.

00:08:57: Was?

00:08:57: Coming-out!

00:08:59: Ja, das war ja nach einer Kategorie.

00:09:01: Schwerer

00:09:01: Situation aber auch Mutter.

00:09:02: Das

00:09:02: war ... Der Film Coming-Out hatte Premiere Am Tag der Maueröffnung.

00:09:13: Coming out!

00:09:14: Also ich meine, rauskommen und verstanden.

00:09:20: wir hatten unheimlich abverfolgt.

00:09:21: das war im.

00:09:22: damals hieß es international heißt jetzt auch anders wollte hier alles nicht mehr.

00:09:28: Das Kino

00:09:29: heißt wieder international und ist renoviert worden für drei Millionen Euro

00:09:33: ganz groß.

00:09:34: ja guckt euch noch mal an.

00:09:37: Also in dem Kino war die Premiere und ich erinnere mich noch, da war dann Applaus.

00:09:47: Und wir hatten einen unglaublichen Applaus!

00:09:51: Die Leute haben geklatscht und gebrüllt.

00:09:53: Das war das erste Mal, dass so ein Thema wie Homosexualität behandelt worden ist?

00:10:04: Weiß ich nicht.

00:10:05: Ob nur im Osten oder im Westen ist ja auch egal.

00:10:09: Und ich erinnere mich, wir standen zum Applaus schon vor der Bühne.

00:10:18: und dann kommen wir schagwissig und sagt Kinder, was soll ich euch sagen?

00:10:23: Er hat immer einen großen Trottel.

00:10:27: Ich komm jetzt gerade aus Frankreich versteht ihr und ich war mit dem Taxi nach Hause und mache als erstes mal, ich stelle die Koffer ab.

00:10:36: Und mache als Erstes mal den Fernseher an und soll euch was sagen?

00:10:41: Die Mauer ist auf!

00:10:43: Und wir sagen mich, du spinnst!

00:10:45: Nein, ich sage euch, die Mauer is' auf!

00:10:49: Man kann jetzt in Westen fahren... ...und dann standen wir auf der Bühne, die Leute haben geklatscht wie verrückt wollen, weil die ihnen sagen, nee, oft!

00:10:58: Dann hören sie oft zu klatschen!

00:11:03: Und dann war die Mauer auf.

00:11:05: Dann waren wir zur Premierenfeier, das war der Hauptausgang bei Nauerstrasse oder was?

00:11:18: Wir saßen am Fenster, ich weiß noch mal eine Schwiegertochter dabei und die Fenster waren zugezogen, das waren schwulenokal.

00:11:29: Natürlich bekommen wir es an dem Film.

00:11:31: Und die waren unheimlich lieb, weil sie wussten, dass das uns nicht gut geht und haben die Vorhänge zugezogen.

00:11:40: Damit fährt nichts raus.

00:11:42: Weil ein Auto nach dem anderen fuhr vorüber ... Wir sahen die Lichter von vorüber und dachten, wir sind am nächsten Morgen herein in der Stadt.

00:11:54: Ja.

00:11:55: Weil so sah das aus!

00:11:59: Ja.

00:12:01: Und dann waren wir ... Ich weiß nicht mehr, wie wir nach Hause gekommen sind.

00:12:08: Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir gelaufen sind und dann haben wir ein Fernseher angemacht.

00:12:16: Da war so'n Polizist zu sehen der ... So ne Szene, der Polizists-Unti die eine Frau sagt ... Kann ich jetzt wirklich rüber?

00:12:32: Kann ich's zu meiner Mutter?

00:12:34: Kann ich zu meiner Mutter?

00:12:36: Und der Polizist sagt, ja und die küsst ihn rechts und links.

00:12:40: Der steht da und ist glücklich.

00:12:43: Das hat mir dann irgendwie gefallen ... Dass es eben Menschen gibt, die da glücklich drüber sitzen.

00:12:53: Ich selber fand das nicht besonders arg wirklich.

00:13:00: Weil ich den Westen nicht wollte!

00:13:05: Aber dann kam ja nun mal der Kapitalismus und mit ihm auch die Unterhaltungsmaschinerie, wie im Kapitalismus.

00:13:13: Da hat sich alles entwickelt.

00:13:14: Fernsehen, Film ... Und war es friedlich mit?

00:13:19: War immer noch da!

00:13:20: Es heißt so schön, er konnte anknüpfen nahtlos an das was sie vorher gemacht hat.

00:13:25: War's denn wirklich so

00:13:26: einfach?

00:13:29: Ich war hier an der Volksbühne.

00:13:32: Schauspielterin... Nein, das war nicht so einfach.

00:13:39: Das war nicht zu einfach, weil man festgestellt hat, dass man in bestimmten Punkten festgefahren war.

00:13:49: Ich weiß noch wie ich zu Sophie Reus und Schlingsief ... Schling-Sieff ist ja da gekommen!

00:13:56: Schling Sieff hat mir gefallen.

00:14:00: Der war verrückt Der war, äh ... mit seinen Ideen so ausgefahren und so wahnsinnig.

00:14:08: Dass man ja sagt hat, Mensch, jetzt ist Ohnweg!

00:14:14: Also ich muss mich nicht an eine Ideologie halten, ich muss mir nicht ... Es gibt noch den Wahnsinn.

00:14:22: Und das hat mir gefallen.

00:14:24: Mit Schlingen sieht's zusammen.

00:14:26: Ich war auch viel beschäftigt und ich durfte immer ... Ich durfte nicht viel spielen, dazu war ich ihm nicht wandelungsfähig genug.

00:14:36: Aber was ich immer machen durfte, war die Hysterie.

00:14:41: Das fand er mal gut.

00:14:42: Wenn ich hysterisch geworden bin, Homschreien irgendwo wegstoßen oder so.

00:14:48: Hysterisch sein, das hat mir auch sehr gefallen.

00:14:52: Ja ... Die sind gekommen und ... Und Kasdorf hat damals ... Ja, der hatte damals das halbe Ansammel entlassen.

00:15:04: Der hat etwas Kastoffa wunderbar, weil er ehrlich war.

00:15:11: Weil der nicht rumgedröselt hat.

00:15:13: Ich habe mitgekriegt am Berliner Ansammeln an Deutschtheater.

00:15:19: die haben so rumgedruckt und wir haben ihm nicht ... Entlassen und haben nicht.

00:15:27: aber Kastoff, hat eine Versammlung gemacht.

00:15:30: Und hat gesagt, ich werde hier alle entlassen, die ich entlassen kann, die noch nicht so lange da sind.

00:15:38: Ihr hattet ne gute Zeit und jetzt sollen die anderen mal rankommen wenn ich mich noch recht erinnere.

00:15:49: Ich bin da geblieben weil ich unkündbar war.

00:15:55: Weil ich schon länger ... an der Volksbühne war.

00:15:57: Das war nicht, weil er mich so großartig fand!

00:16:04: Ich habe immer gewusst wo ich stehe.

00:16:07: Deswegen bin auch nie von dieser Aro ganz betroffen worden, weil ich immer wusste was drüber mir ist, dass es noch weiter geht, das man noch besser sein kann und besser spielen kann.

00:16:26: Ist das der Grund, warum du dann so gut den Übergang geschafft hast?

00:16:29: Auch zum Beispiel ins Fernsehen nach der Wende.

00:16:33: Das Fernsehen war ich schon vorher im Fernsehen?

00:16:36: Ja,

00:16:37: darüber müssen wir auch unbedingt noch sprechen.

00:16:39: aber ich habe gerade aus dem was du gesagt hast gedacht... ...das ist vielleicht ganz gut wenn man weiß dass man sich noch verändern und entwickeln kann und muss.. ..dass man einen guten Draht findet für etwas Neues danach oder?

00:16:56: Man kann immer noch sich steigern, man kann immer besser werden und das hört nicht auf.

00:17:04: Also auch das Lernen hört nichts auf.

00:17:07: Ich habe ja gelesen dass du mal gesagt hast Du hast ein sehr persönliches Verhältnis zu deinen Rollen gehabt.

00:17:13: Wie hast du es gemeint?

00:17:19: Ich hab so lange... Was mache ich heute noch wenn ich Lesung habe oder so So lange bis es zu mir passt.

00:17:30: Das geht natürlich nicht, das meint nicht dass ich die Rollen zu mir runter schraube sondern dass ich mich hineinschrubbe in die rollen.

00:17:45: kann man das verstehen?

00:17:46: ist es schwer über sowas zu reden finde ich über so eine inneren prozesse?

00:17:53: also du wirst zur der rolle quasi und verinnerst sie nicht damit sie zu dir passt.

00:17:57: ja So würde ich sagen, ja.

00:18:01: Also gut, wenn man vielleicht ein Mörder spielt oder sowas völlig Extremes ist es schwierig aber mit meinen Müttern.

00:18:12: Das ging ja!

00:18:15: Wie ist man denn zu den Erdzeiten überhaupt an so eine Rolle gekommen?

00:18:18: Das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen.

00:18:20: Die haben angerufen.

00:18:22: War man da in einer Kratei oder so?

00:18:24: Ja wir hatten ... Wir hatten ja noch einen zentralen Bühnennachweis.

00:18:32: Da waren wir alle aufgelöstet, da waren so viele Leute drin.

00:18:36: Da hab ich gesagt, da muss man ja ein Kopf wie ein Feuermelder haben, wenn man da Offenbarksamkeit erregen will.

00:18:46: Man hat dann Agenturen gehabt ... Schauspielagenturen.

00:18:54: Ab wann das auch nicht mehr genau?

00:18:59: Ja, nach der Wende hatte man Schauspielagenturen.

00:19:02: Und ich war damals bei Frau Gisela Tatsch, mit der ich heute noch eine sehr freundschaftliche Verbindung habe.

00:19:12: Die hat mich aufgenommen und die war ja schwer.

00:19:17: Es sind viel mehr Männerrollen in der Literatur auch heute als Frauenrollen.

00:19:23: Das ist für Frauen ... viel schwieriger, und dann musst du Christian sein.

00:19:31: Ich war mal Sekretärin in so einer Staatsanwälte.

00:19:35: Die Staatsanwelten waren nicht älter als einundzwanzig.

00:19:40: Also ... gelogen wird auch nett, ne?

00:19:44: Gelogen wird immer.

00:19:48: Da hast du dich auch hier wundert!

00:19:51: Aber in DDR-Zeiten gab es noch keine Agenturen, das war doch zentral geregelt.

00:19:54: Ja,

00:19:56: dann haben sie dich angerufen.

00:19:57: Ich weiß nicht, wer immer ... Aber die Regisseure bei Hymna zum Beispiel hat mich für ... Wie heißt das?

00:20:09: Alter-Schutz vor Lebenich.

00:20:12: Hat der mich engagiert?

00:20:13: Der hat dann angerufen, die kannten einen ja.

00:20:16: Da haben die Regiseure angerufen und die auch besetzt.

00:20:21: Das machen ja jetzt Besetzungsbüros.

00:20:24: Also jetzt kommt ja ein Regisseur Normaler, nicht die Prominenten.

00:20:29: Nicht die ganz Großen, die natürlich nicht ... Aber so normalerweise was zu einer Fernsehserie betrifft, die kriegen die Leute zugeteilt und so war das, glaube ich früher.

00:20:44: Und dann gab es die Agenturen.

00:20:47: und da hat mich Gisela Tatsch, die war vorher ... Die kannte ich auch schon vorher.

00:20:55: Ich weiß nicht, was sie vorher gemacht hat, könnte ja noch rausfinden?

00:21:00: Sie hat mich dann mit aufgenommen.

00:21:01: Das ist schon sehr ein Stück Arbeit hier, wir sind sich als Schauspielerin einen Namen zu machen.

00:21:06: Ich glaube mal kennt Kollegen.

00:21:07: Wenn man auch im Hymn noch einmal gearbeitet hat, dann kennt man sich ja und er hat etwas Neues und dann weiß der, da passt die Walle!

00:21:17: Aber wenn man in entsprechenden guten Produkten Qualitätsproduktionen zu sehen ist, dann sehn das ja auch andere.

00:21:24: Und das ist aber Zeitwahl, die man braucht in der Arbeit um da es mal so weit zu kommen.

00:21:29: Das war ja nun nicht so viele, die unbedingt begeistert waren von Walter Friedrichschmidt.

00:21:35: Hätte ich mir jetzt aber gedacht

00:21:36: dass es so ist

00:21:38: bei so vielen Rollen?

00:21:39: Ich hätte mir jetzt gedacht du hättest dir aussuchen können noch und nöchern die Rollen und alle haben dich angerufen weil wenn man eine DDR Produktion sieht ganz oft bist du darin zu sehen.

00:21:51: Ja, ich hab viel gespielt.

00:21:53: Aber nicht bei der Defa ... Nicht beim großen Volk!

00:22:01: Ich hätte jetzt gedacht, weil ich mit war ein Star in der DDR, hat einen Fahrer und ist ordentlich gehypt worden.

00:22:07: Ein Darmad?

00:22:08: Ja, man hat doch immer so Starvorstellungen.

00:22:13: Das sind nur ganz wenige, die ganz nach oben gekommen sind für keinen Namen.

00:22:20: Schade.

00:22:24: Nein, weil sie mir auch gerade nicht einfallen.

00:22:29: Ja jetzt sind wir aber schon bei Star.

00:22:32: noch mal durch Fernsehserien wird man ja nunmal mega bekanntet ist so.

00:22:38: da kann man über die Qualität der Inhalte das kann man reden können machen kann man tun ob da Regisseure dazu gekauft werden und nur zehn Folgen machen dann kommt der nächste Regisseur.

00:22:46: egal es ist um Aber man wird als Schauspieler dadurch natürlich mega bekannt Und beim Publikum entsteht das Bild,

00:22:54: wow.

00:22:55: Da

00:22:55: muss ja die Kohle fließen und da geht's ja, wow!

00:22:57: Das ist ja jede Woche im Fernsehen.

00:22:59: Ja,

00:23:00: Geld ist es schon... Sollen wir jetzt hier über Preiseräte

00:23:06: reden?

00:23:07: Nein!

00:23:07: Das würde ich... Ich hatte so für einen Drehtag, ich kann's ja sagen, dass mir noch ganz egal, ich hatte nur ungefähr zwei fünf für ein Drehtrag.

00:23:18: Aber nachher, wenn die Neuen kommen ... Das ist dann auch immer gestiegen.

00:23:24: Je nachdem wie viel Produktionen du gemacht hast, das ging noch.

00:23:28: Also nicht Zehntausende oder so, bis sich die Leute denken, dass gilt nur für den höhere Parkett.

00:23:34: und da hab ich nichts zugehört.

00:23:37: Ich war einfach Walli, was sagst du?

00:23:42: Ja, Schwester ...

00:23:46: Der

00:23:47: Verluste von

00:23:50: Walli.

00:23:52: Das war eine hochgradig langweilige Geschichte.

00:23:58: Ich habe es nicht verstanden, warum das so langweillig geschrieben ist?

00:24:12: und hab mich gefreut, dass irgendjemand auf dieser Welt so was Tüft machen kann.

00:24:20: Und dann habe ich gesagt, könnt ihr mal euch sehr angucken?

00:24:26: Wie man sowas machen kann?

00:24:30: Ja!

00:24:30: Dann hab' ich gesagt und ihr müsst noch einmal ... wenn die Szene anfängt, dann kann doch da drin was passieren Da kommt einer rein und dann sind da drei.

00:24:45: Und dann passiert was, einen Verlauf, ein Konflikt einbauen.

00:24:53: Das war ja so langweilig, dass man beim Spielen reingeschlafen

00:25:00: ist.

00:25:00: Das erfahren wir nun jetzt.

00:25:02: Alle Fans dieser Serie werden sagen, oh Gott!

00:25:04: Nein,

00:25:05: weil das ja deswegen nicht schlimm wäre, wenn man sich das anguckt.

00:25:09: Ja klar.

00:25:10: Aber das war doch auch in der Zeit wo man in Deutschland gelernt hat Daily Soap zu machen.

00:25:15: die Amis kannten das.

00:25:17: In Deutschland ging es los mit gute Zeiten, schlechte Zeiten.

00:25:20: Dann kam diese Stefanie und ich denke auch die Autoren und die Produzenten waren alle noch nicht so weit.

00:25:27: heute machen wir das ja weil du sagst da sind ja Konflikte drin hier bei aller Freundschaft oder so ganz viele Parallelkonflikte die sich dann wieder sodass man da auch dran bleibt.

00:25:36: aber damals war man vielleicht noch nicht soweit

00:25:39: Ich weiß nicht aber ich meine das Gewerbe besteht ja lange.

00:25:47: Es gibt ja der Theater, man kann doch das lernen.

00:25:50: Das ist auch nicht so schwer!

00:25:52: Ein Konflikt... Also eine Szene fängt an und dann passiert ein Konflikten ... Und dann hat mich ... Wann hat mich eine Dramatogen gefragt?

00:26:07: Wie meinst du das?

00:26:08: Was ist denn ein Konflikt?

00:26:10: Dramaturgie erstet halb Jahr, oder?

00:26:12: Das fang ich doch an.

00:26:13: Ich hab

00:26:13: mir grad meinen Vater gedacht, der immer auch Dramaturk war und der mit mir immer die Filme geguckt hat.

00:26:22: Habe ich mit ihm zusammengehalten und gesagt hier siehst du jetzt haben Sie die Person vergessen.

00:26:26: Ja.

00:26:27: Das darf man nicht.

00:26:28: Der ist weg!

00:26:29: Dass so was geht nicht.

00:26:30: Und er hat mir das immer erklärt.

00:26:35: Der hat immer gesagt, was ein Drama ist, das wissen wir.

00:26:42: Was aber sind denn Turgen?

00:26:46: Dramaturg heißt es

00:26:48: doch.

00:26:48: Also,

00:26:49: Drama... ...was aber sind den Turgens?

00:26:55: Wir fällt jetzt in dem Zusammenhang auch, wenn ich dich so erlebe wie du beschreibst und wie du dann einsteigst in dieses Thema die Dozentin ein.

00:27:02: Ja!

00:27:03: In Amerika und Kanada, glaub ich.

00:27:05: Bist du auch Dozentin gewesen für Schauspieler?

00:27:07: Ja Gott der Freie.

00:27:09: Wie sehr absolute Hybris!

00:27:14: Ich

00:27:14: hatte eine Freundin Dr.

00:27:19: Gisela Barr in Amerika.

00:27:26: Die hat meine Mutter mal besucht wegen Berthold Brecht.

00:27:30: Sie war der Brecht erforscht Und meine Mutter hat ja viel gespielt, rechtgesungen.

00:27:39: Die hatte so verschiedene Programme und dadurch kannte ich die ... Ja, die hat mich irgendwann in ihrer ... Das war Center for Performing Art in Oxford, Ohio In der Universität.

00:28:03: Da hat sie mich vorgeschlagen

00:28:07: Die haben

00:28:08: immer Gastkünstler eingeladen.

00:28:11: Und nachdem ich ruhig stand, können wir doch die nehmen ... Die arbeitet in Berlin an der Volksbühne und die kennt sich mit Brecht aus.

00:28:21: und brecht das neue Kölner so.

00:28:24: Ich hab gedacht, mein Schwein pfeift!

00:28:27: Also nie im Leben habe ich gedacht, ich werde jemals diesen Kontinent verlassen.

00:28:35: Also... Überhaupt ins westliche Ausland, weil ich war entfällig uninteressanter Mensch.

00:28:41: Also nichts Besonderes und es ist auch erst abgelehnt worden.

00:28:48: Und dann ist es doch durch irgendein Einspruch.

00:28:55: Es ist doch erlaubt worden und Ich durfte

00:29:00: nach Amerika reisen.

00:29:01: Wann war das?

00:29:04: Ungefähr Jahrzehnte

00:29:07: Jahrzehn

00:29:09: Achtsjahr?

00:29:10: Nein,

00:29:10: das war nach dem Ende doch schon.

00:29:12: Okay!

00:29:13: Das war nach der Ende meins ich... Ja.

00:29:16: Irgendwas ja.

00:29:20: Und völlig andere Wäldern

00:29:23: und ich meine dass kann einen schon ein bisschen aus der Ruhe bringen.

00:29:31: und ich weiß noch, dass ich muss sehr erst mal fest Berlin, da kannte ich auch nicht.

00:29:39: also in meiner Zeit war es schon mal der erste.

00:29:41: Ich durfte da an den Friedrichstraße, wo die ... Den Glaspalast.

00:29:51: Und

00:29:51: ich durfte ja ... Ich musste nicht da anstehen bei den Allen sondern bei den kleinen Dienstreisenden und ich hatte ein Koffer und bin als erstes gestecken geblieben in der ganze mit meinem Koffa.

00:30:09: Ich bin irgendwie quer, nicht gerade durchgegangen.

00:30:13: Sondern quer und bin hängen geblieben.

00:30:16: Hab dann meinen Ausweis dahin geliegt ... Und dann wär's Berlin!

00:30:23: Und wie das plötzlich uninteressant wird.

00:30:26: Wenn man weiß, man fährt nach Tegel und steigt in den Flieger nach New York.

00:30:33: Mhm.

00:30:33: Ich hab neben einem Menschen gesessen, ich saß am Fenster.

00:30:37: Und da wurde Film gezeigt.

00:30:41: Ich wollte aber, wir sind über den Ozean geflogen.

00:30:46: Das erste Mal hatte ich wirklich wundenerbares Wetter und hab Irland gesehen von oben ... Und hab die Weifische springen sehen können und hat immer wieder aufgemacht während des Kinos.

00:31:01: Da sagst du eh nicht mehr, es ist sehr schön out there!

00:31:06: Es ist der Ozeaan da draußen bei Tims dazu gucken.

00:31:12: Weil ich mal richtig schweig gelassen habe.

00:31:15: Also, das ist ganz ungeheuerlich gewesen.

00:31:18: Das ist ganz Ungeheerlich gewesen als ob ich keine Beine mehr hätte.

00:31:23: Mit Keith Jarrett sind wir hier flogen die Musik.

00:31:29: Keith Jarret Ja und dann hat mich eine Freundin abgeholt Die Gisela war...die hat mich abgehult.

00:31:41: Wir sind Mit den Leuten, die sagten, verblusst nicht U-Bahn.

00:31:45: Verblusse nicht U–Bahn!

00:31:47: Das ist ganz gefährlich in New York.

00:31:48: Das erste, was wir da gemacht haben war U–bahnfahren und das war Central Church State ... Und die Ehren?

00:31:58: Alle in Grün?

00:31:59: Ja.

00:31:59: Und dann fahren wir also alle in der U– Bahn.

00:32:03: Und hoch die Treppe und dann in New York.

00:32:08: Dann habe ich zu meiner Freundin gesagt, ihr kannst mich vor zehn Tagen lang stehen lassen.

00:32:13: Weil schon dieser eine Moment, wenn man aus unserem Plassen-Land kommt ... Boah!

00:32:23: Mir ist das Herz stehen die Probleme mehrmals.

00:32:25: Ich musste dann auf der NYU einen Vortrag halten, den ich ausgearbeitet habe halb geklaut bei anderen Büchern über das Theater in Deutschland.

00:32:44: Ich weiß nicht, wer hat mir da geholfen?

00:32:48: Auf der NYU konnte ich ihn in Deutsch halten und irgendwann musste ich den auch in Englisch.

00:32:53: Das hat eine Studentin, die hier war, die hat mir das alles übersetzt.

00:32:58: Ja

00:32:59: ... Ich hatte ein Programm von Frauen Literatur.

00:33:04: Hatte ich auch im Koffer.

00:33:07: So!

00:33:09: Und dann hab' ich da inszenatorische leistet.

00:33:14: was habe gemacht, die seht schon Mhm.

00:33:17: Setzschon habe ich mit denen gearbeitet, also mit Teilen davon ...

00:33:27: Ja.

00:33:27: Der gute Mensch von Setzchon?

00:33:28: Das hab ich mir ausgewählt.

00:33:30: Ich hab auch die Sachen mit unserem Sprecherzieher in der Volksbühne vorbereitet auf alle diese Dinge.

00:33:41: Also das war schon ein Haufen Arbeit!

00:33:45: Aber

00:33:45: das

00:33:46: war der müde Wert.

00:33:47: Jetzt

00:33:49: hat man ein Bild von der Aufregung, die bei Valier stattdessen nach Amerika ging.

00:33:53: Man liest es so in einer Biografie, du zählst einen Amerikaner auf den Schauspiel und jetzt haben wir gehört dass eigentlich die Reise dahin und die Eindrücke viel intensiver waren als der eigentliche gig.

00:34:07: also da auf die Bühne zu gehen mit den Leuten was von

00:34:09: rechts und links.

00:34:12: Mich würde interessieren, ob Walli Schmitt heute noch Fernsehen guckt und wenn dann was ihr da gefällt.

00:34:19: Ich gucke kein Fernseh in

00:34:20: mir!

00:34:21: Nicht mehr!

00:34:21: Der Egerurr ist abgesagt.

00:34:23: Und die Dinge, die so dein Beruf betreffen, ob ich es sehe... Fahrtort?

00:34:30: Polizeiruf?

00:34:31: Polizei-Rufteil oder was auch immer.

00:34:33: Also unterpäckig jetzt von... Schaust

00:34:35: du sowas?

00:34:36: Grimis?

00:34:38: Nee.

00:34:39: Eigentlich gucke ich.

00:34:41: Jetzt habe ich durch meinen Sohn Paul, der mich unter Freunde, die er hier gucke solche Dokumentationen.

00:34:55: Solche Dokumentations

00:34:57: wo

00:34:59: frei liegende Journalisten sag ich mal oder Menschen mit Verstand sich äußern zu fragen.

00:35:09: derzeit Das mache ich ab und zu.

00:35:18: Wenn's einen sehr guten Krimi gibt, was hab' ich denn hier sehen?

00:35:22: Automaker-Killing!

00:35:24: So eine französische Fair-Produktion.

00:35:27: Hast du das ... Automakerskilling?

00:35:31: Habt ihr das mal geguckt?

00:35:32: Französischer Film.

00:35:34: Große Artechern haben wir geguckt.

00:35:37: Hier Zwischenzeit...

00:35:43: Ein

00:35:43: Film über die Nazi-Gesellschaft.

00:35:49: Aus so was gucke ich dann schon, wie heißt das?

00:35:53: Zeitzone.

00:35:55: Sohn of interest!

00:35:59: Das, wenn ihr den nicht gesehen habt, guckt ihn euch an.

00:36:03: Weil da wird die Naziewelt gezeigt in einer Weise dass hier der Blut schmilzt.

00:36:14: also echt meiner ohne irgendein Verbrechen zu zeigen, ohne eine Gewalttarte richtig zu zeigen.

00:36:27: Nur diese Menschen, die es getan haben und neben den KZ gewohnt haben ... Es wird der Eiskalt!

00:36:37: Ich denke auch wir haben den Faschismus noch nicht überwunden?

00:36:43: Also ich denke, wir müssen sehr aufpassen auf die Entwicklung.

00:36:49: Das sind die ... auf die Entwicklung, die uns jetzt bevorsteht.

00:36:55: Das würde gerne weitergeben.

00:37:00: Passt bitte darauf!

00:37:02: Ja?

00:37:02: Ich erlebe Walli Schmidt von der, wie du selber erzählt hast, meine Kollegin, die sagt hat, oder ein Kollege, du denkst so viel nach.

00:37:09: Also eine Walli-Schmidt, die immer noch viel nachdenkt und sich nicht vormachen lässt und für sich selbst

00:37:16: guckt,

00:37:17: wo kann die Wahrheit liegen, wo findet sie, wie sieht's ihr aus?

00:37:22: Ich

00:37:22: frage, ob es sowas wie die Wahrheit überhaupt gibt.

00:37:25: Alle in so einer philosophischen Frage, da kann man ja schon drei Podcast machen.

00:37:30: Aber du hast doch Gedanken mal niedergeschrieben mit einem Roman?

00:37:34: Ja!

00:37:35: In deinem

00:37:35: Brüchlein.

00:37:36: Ja, ein Brüichlein, sagt

00:37:37: sich.

00:37:38: Gott ist zu langsam.

00:37:39: das war damals.

00:37:41: als Stefanie zu Ende war habe ich natürlich gedacht wegen der... Unheimlich im Präsenz, die Schwester Clara in der Bevölkerung hatte.

00:37:52: Die haben mehr zugewunken, die haben mich ja überall erkannt.

00:37:57: also wie gesagt auf kleinem Niveau.

00:37:59: aber immerhin habe ich gedacht man wird mir irgendwas Schönes jetzt anbieten.

00:38:07: Ja bereit?

00:38:10: Die Mutter der Nazi umzuwerben.

00:38:15: und der Telefon hat nicht geklärt Sehr lange nicht geklingelt, dann hab ich irgendwann gedacht, okay, das klingt nicht.

00:38:25: Dann wär ich mir meine Zeit anders vertreiben müssen und habe dann ... an den Fang dieses Buch zu schreiben, weil ich dachte, ich schreib eigentlich ganz gut.

00:38:36: Ich kann mit Sprach umgehen?

00:38:39: Und habe dann in meinem Dörfchen, in meinem Häuschen gesessen.

00:38:43: Und zwar ... pünktlich um zehn.

00:38:49: Ja.

00:38:49: Saß ich an der Maschine, hab mir mein Hirn leer gemacht.

00:38:55: Hab mir meine Hirn näher gemacht und hab dann geschrieben vom Himmel kommend, hab mich füttern lassen ... Und hab Sachen geschrieben, wo ich gedacht habe, ich wusste gar nicht das ich das weiß.

00:39:11: Ich wusste ja gar nicht dass ich das

00:39:14: ...

00:39:15: Ich wusse hier gar nicht, dass ich da viel Humor hab.

00:39:19: Und dass ich so viele Leute kenne, also das war eine schöne Zeit.

00:39:24: Das war da wieder wie der hier dachte.

00:39:27: Da hab' ich auch wieder gedacht jetzt werden sie's drucken.

00:39:32: Jetzt was du ... Nein, es sollte keiner haben dieses Buch!

00:39:36: Es ist... Wenn ich's heute lese, ich wär dankbar da.

00:39:40: Lesungen gemacht.

00:39:41: die Leute waren begeistert, die haben dieses buch gekauft und halt persönlich verteilt weil mich Ich kann doch, der gab einen Verlag.

00:39:53: Das war aber auch ein Privatverlag.

00:39:56: Äh ... ich war sogar im Basel, um daraus zu lesen.

00:40:04: Ist noch Roman,

00:40:05: oder?

00:40:05: Ist nur Roman!

00:40:07: Ist ein Roman.

00:40:09: eigentlich sollte es heißen Umsexe bei Wernern.

00:40:15: Und das war mir, das waren Fehler.

00:40:18: Ich hätte so nennen sollen also denn Umsexes bei Werners.

00:40:22: Weil das ist die Kneipe, in der es spielt.

00:40:25: So eine Eckkneipe ... Da hab ich auch viel meine Eckkneepe im Berlin-Weißensee Parkstraße Ecke Große See.

00:40:40: Große Seeeckeparkstraße ging über vom Gericht.

00:40:45: Da gab's unten kleine Kneipe.

00:40:47: Die sind ja alle verschwunden, die kleinen Kneippen.

00:40:52: Da kannte ich den Wirt und ... Da war ich oft drin mit meinem Mann damals.

00:40:58: Und da gab es wunderbare Geschichten, die Leute haben Geschichten.

00:41:02: Die könntest du heute noch ... Wo soll ich nur rausgehen?

00:41:05: Ich war gestern mir Zigaretten holen.

00:41:11: Das muss ich zugeben.

00:41:12: Entschuldigt bitte!

00:41:16: Der Mann hat mit mir gesprochen und mir sein Leben erzählt.

00:41:22: Der hat über den Krieg gesprochen, der vielleicht kommt oder nicht.

00:41:27: Und er hat mir Geschichten erzählt über schreckliche Zeiten im Krieg und wie man denn so was überhaupt in Erwägung ziehen kann?

00:41:39: Also ... Wo war ich?

00:41:43: Wir haben über die kleinen Kneipen geredet, die nicht mehr gibt.

00:41:46: Da hat die Geschichte erzählt werden, die die passiert sind.

00:41:49: Was war die Inspiration zu sagen?

00:41:51: So, dann habe ich dieses Buch geschrieben.

00:41:56: Ich liebe es noch heute.

00:41:58: Eine Fortsetzung oder einen zweiten Teil?

00:42:01: Hast du da mal dran gedacht?

00:42:03: Nein, ja ... Ich muss mir jetzt in meinem Alter ... Man fragt sich, was mach ich denn hier eigentlich?

00:42:10: Ich sitze ja, ich bin ja ausgemustert.

00:42:13: Ich bin in zwei und achtzig Jahre alt.

00:42:15: Was soll das noch?

00:42:16: Und dann fängst Du an die Tage zu vertrödeln Weil du, äh ... Fällt dir in den Stein.

00:42:26: Du stehst morgens auf und machst so was.

00:42:28: Machst dir was zuerst nicht jetzt wieder ins Bett?

00:42:31: Noch mal die Erika Reisenschrattmaschine nehmen oder noch mal Gedanken aufschreiben.

00:42:36: Ich muss mir nochmal anfangen.

00:42:38: Ich musste mir ein Thema suchen, ich musste mich wieder disziplinieren, ich muss aufernd rumzuschludern mit meiner Zeit.

00:42:46: Gerade sowas zu schreiben wird gesagt das zehn Uhr.

00:42:48: der Mann muss das machen!

00:42:50: Das ist wirklich Selbstdisziplin.

00:42:52: Sonst wird es durchduscht, jeder Autor sattet und die Tage sind ganz genau getimt.

00:42:59: Und wenn ich dann, sagen wir mal ... Ich hab meistens so bis eins, halb zwei.

00:43:06: Dann habe ich keine Farben mehr gesehen.

00:43:07: Ja.

00:43:08: Das weiß ich noch.

00:43:10: Ich hab im ersten Mal bei der Warte, dass ich viele Farben gesehen habe.

00:43:14: Die Konzentration dieses ... ja!

00:43:18: Aber ich will mich jetzt nicht hier zur Heldin oder was.

00:43:22: Schreiben ist schon eine schöne Sache.

00:43:24: So

00:43:25: ein interessantes Leben, wie wär's mit einer Biografie?

00:43:28: Wenn du dein Leben niederschreiben würdest ... Ja!

00:43:33: Das hab' ich auch in Erwägung gezogen.

00:43:35: also um meinen Kindern das zu hinterlassen.

00:43:41: Mein Onkel hat so einen Buch gemacht über sein Leben mit Fotos und Bildern Und das kann auch sein, dass ich mich für sowas entscheide.

00:43:55: Ich habe ja versucht ein Kremis zu schreiben.

00:43:58: Das hab' ich ja auch schon.

00:44:00: Ja natürlich korrekt!

00:44:06: Wie hieß denn der?

00:44:09: Der hatte einen schönen Titel... Wenn der Hund nicht bildt Geduld ist, nein.

00:44:22: Ruhe ist ... wenn der Hund nicht bellt irgendwie so.

00:44:25: Ich hatte auch eine Lesung einer Kurzfassung im Theater am Rand.

00:44:32: Der Riemann fand das großartig.

00:44:36: Ist auch gut angekommen und hat versucht, weil er weltlich filmisch irgendwie war, dass es verfilmfert hätte aber kein Glück.

00:44:45: Also dieses ... Dieses Krimi-Erlebnis war glücklos.

00:44:51: Jetzt hast du gerade die Verbindung so schön über Thomas Römern gesponnen in der Sachsenklinik, die auch mit deiner Familie ein bisschen was zu tun hat?

00:45:01: Die Ella hat ja da fünfzehn Jahre, glaub ich, die Tochter von Dr.

00:45:06: Heimann gespielt.

00:45:07: Warst du da als Oma stolz, dass sie in dein Fach gegangen ist?

00:45:12: Naja ... Ich hatte mit ihr verschiedene ... Gespräche darüber.

00:45:21: Sie hat ja dann aufgehört und ich habe ihr gesagt, wenn du kein Mädchen wärst würde ich dir den Ausstieg verbieten weil sie war wirklich gut.

00:45:36: das Mädel hatte einen Talent.

00:45:39: man hat ja nicht gemerkt dass sie spielt.

00:45:43: Ja, ich fand sie großartig.

00:45:44: Ich fand sie grossartig!

00:45:46: Aber ihr ist dann das alles auf die Nervenliegen also das ganze Zugeschäft.

00:45:52: Die Tierummel mit der Presse und so hat sie abgeschreckt.

00:45:56: Das habt ihr sozusagen den Boden unter den Füßen genommen.

00:46:02: Ella?

00:46:04: Ella studiert jetzt irgendwas über ... Über was, über nationale Kulturen.

00:46:16: Irgendwas Welt ... Die ist jetzt im Moment in der Schweiz zum Studium.

00:46:22: Der hat ja so ein richtiges Studium angefangen.

00:46:25: Du hast auch manchmal mitgespielt bei einer Freundschaft als sie noch dort war?

00:46:30: Ja, das stimmt!

00:46:33: Zusammen am Set mit der Engelin.

00:46:35: Das war doch bestimmt auch besonders.

00:46:37: Wir waren auch mal zusammen ... äh ... nominiert Irgendwie so ein Zeug, so eine Tour, so ne Show.

00:46:51: Also wäre sehr prominent.

00:46:55: Da waren so ne Paare aufgestellt und haben wir beide gewonnen.

00:46:58: Ja das war süß mit dir!

00:47:05: Und es ist ein sehr begabtes Mädchen die sich leider nicht dazu entschieden hat.

00:47:13: Wie gesagt, ich hab mir gesagt ... Weil die Mädchen haben ein interessantes Leben bis sie fünfundzwanzig, sechsundzwanziger sind und dann müssen sie so weit und bis er alt ist.

00:47:24: Und dann werden Sie nicht mal genommen?

00:47:26: Ich war Ihnen nie Alte noch!

00:47:29: Ich habe zu wenig Falten damals, als ich noch präsent war.

00:47:35: Mhm.

00:47:36: Ich hatte zu wenig falten.

00:47:39: Wann dann im Alter jetzt wieder keine Rollen?

00:47:52: Ja, vielleicht klingelt ja das Telefon noch und kommt nochmal eine gute Rolle.

00:47:56: Würdest du annehmen?

00:47:58: Ja, wenn es was Schönes ist, wollte ich es mal machen also muss er dann immer noch die ganze weite Fahrt.

00:48:03: Was habe ich denn zuletzt gemacht?

00:48:07: Sommerneunzig war das letzte glaube ich oder?

00:48:12: Das war schön!

00:48:14: Sommer neunzig verschön, haben wir gerufen.

00:48:16: Kleinen Preis fürbekommen.

00:48:18: Sommer neunsig verschön und dann habe ich noch was gekriegt.

00:48:22: Äh

00:48:23: ... Ein Schauspielpreis?

00:48:25: Einen Schauspielpreis hab' ich bekommen!

00:48:27: Ja, der dehn-deutschen Schauspielepreis.

00:48:30: Ich stell dir mal vor.

00:48:31: Na ja, da steht den Testen hoch.

00:48:36: Und Fernsehpreis habe ich auch mal bekommen.

00:48:39: Für die Schwestern oder so hieß das mit Ja, das war eine schöne Geschichte.

00:48:46: Vier Schwestern, ihr Leben, ihre Konflikte

00:48:50: usw.,

00:48:51: gerne Opernsängere gespielt.

00:48:54: Eine Opernsägerin und ich kann nicht meinen Ton halten.

00:48:57: Ich will die eins nie finden!

00:49:00: Und ja ... sehr viel Freude hat mir gemacht damals diese mit Ruth Homan, Conny Bauer, Ulrich Gumpert und ich.

00:49:10: wir sind Äh, mit Lavin Blues.

00:49:13: Mhm.

00:49:15: Unterwegs gewesen ... Das war eine schöne Zeit.

00:49:21: Da hab ich viel gelernt über Umgang mitsprache noch mal Literatur und so.

00:49:27: das kann ich jetzt alles nutzen also alles was man im Leben gemacht hat.

00:49:31: irgendwann kommt die zeit wo du es nutzen kannst wenn du Glück hast und nicht vorher die Beine hochreißt.

00:49:40: Ein Wunsch!

00:49:41: Nehmen wir mal an, wir wären jetzt hier heute und würden sagen okay ist doch so ein Wunsch.

00:49:45: Wir erfüllen den.

00:49:47: Können wir nicht!

00:49:47: Das wollen Fiktion.

00:49:49: Welcher Wunsch werden das?

00:49:51: Lass mich noch isso einen fliegen.

00:49:53: Ja?

00:49:54: Da möchte ich schon mal hin.

00:49:58: Da gibt es zumindest Helium für Gnome am Elfen.

00:50:03: Dann möchte ich hin.

00:50:04: Okay.

00:50:05: Das ist sein wahnsinniges Land.

00:50:09: Was können wir machen, Steffi?

00:50:10: Wir können nur Daumen drücken.

00:50:10: Dann kommt der den Wunsch auch erfüllen kann.

00:50:12: Absolut!

00:50:14: Ich habe

00:50:15: eine

00:50:16: gute Rente, weißt du?

00:50:18: vielleicht bleibt die Regierung dabei und kürzt sie nicht.

00:50:22: da trauen Sie sich ja nichts, da wollen sie ja gerne ran aber trauen sie sich nicht wegen der wütenden alten Männern und Frauen.

00:50:31: Ach so will ihr selber den Wünsch?

00:50:32: Ja klar.

00:50:34: Ich werde das versuchen.

00:50:35: Genau.

00:50:36: Wir drücken die Daumen dafür.

00:50:38: Ich hab jetzt irgendwie die Gefühl, dass ich ganz Wichtiges vergessen habe zu sagen.

00:50:43: Aber ...

00:50:44: Wir nehmen das als Kompliment.

00:50:46: Ja!

00:50:46: Wobei wir haben versucht so die wichtigen Eckpunkte bei so einem Leben nicht über alles.

00:50:52: und natürlich bleibt dann das Gefühl, ich hab heute vergessen gleich den Kopf machen.

00:50:57: Es war so spannend.

00:50:58: Und es ist so vielseitig, so vielschichtig auch.

00:51:02: Weit aus mehr als vielleicht viele, die sich vorstellen können, wenn sie dich ... Drei, vier Mal als Mutter und wo ihr sehen habt oder so.

00:51:10: Ehrlich ist auch.

00:51:10: Ich hab das schön reflektiert.

00:51:12: Ja, ich hab's einmal wie gesagt in diesem Film ... Da könntest du noch mal nachgucken.

00:51:16: Das waren was vor drei Jahren oder vier?

00:51:19: So eine Frau rückte gespielt zu einer Frau, so ne Frau Räderin.

00:51:26: Wie sich auch sexuell anschleicht.

00:51:30: Guckt mir nach, was es war!

00:51:32: Weißt du?

00:51:34: Das war mal keine Mutter.

00:51:35: Ah, okay, lass ich das.

00:51:38: Danke, dass wir hier am Büchentusch sitzen durften!

00:51:40: Aber immer wieder!

00:51:42: Und alle Tüte und die Sonntage.

00:51:44: Alles Gute für die Gesundheit genau.

00:51:46: Das wäre nicht unentscheidend.

00:51:49: Ja, weil ... Du weißt ja nie, wann er kommt.

00:51:53: Ich hab mich sehr mit ihm totgeschäftigt, weil ich wusste, er kommt irgendwann aber ... weil ich natürlich vergessen hatte, waren die Dinger, die vorher passieren.

00:52:08: Ja ja,

00:52:14: genau.

00:52:16: Wir sehen uns dann in kürzer halbete Jahr oder so in Island, würde ich sagen.

00:52:22: Verstehst du?

00:52:34: Aber ich werde es mir merken.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.